Was ist eine Leberzirrhose?
Eine Leberzirrhose, auch „Schrumpfleber“ genannt, bezeichnet eine Lebererkrankung, die sich dadurch auszeichnet, dass gesundes, funktionsfähiges Lebergewebe zerstört und zunehmend durch Bindegewebe ersetzt wird (Fibrosierung). Verhärtungen und Schrumpfung der Leber, die infolgedessen einsetzen, führen dazu, dass die Leber ihre Funktionen immer schlechter erfüllen kann.
In Europa ist die Leberzirrhose in den meisten Fällen Folge von Alkoholmissbrauch oder einer Virus-Hepatitis. In den Industrieländern treten pro Jahr bezogen auf 100.000 Einwohner 250 Neuerkrankungen auf. Männer erkranken doppelt so häufig wie Frauen.
Eine Leberzirrhose ist ein Krankheitsbild, das sich in einem späten Stadium chronischer Lebererkrankungen einstellen kann. Generell entwickelt sich eine Leberzirrhose im Laufe mehrerer Jahre, nur in seltenen Fällen entsteht sie schneller. Eine Leberzirrhose gilt als irreversibel, d. h., die Leberveränderungen können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Prognose wird entscheidend davon beeinflusst, welche Ursache der Leberzirrhose zugrunde liegt, wie erfolgreich die Behandlung durchgeführt werden kann, welche Komplikationen auftreten und natürlich davon, in welchem Stadium die Erkrankung diagnostiziert wird.
Patienten mit Leberzirrhose tragen ein erhöhtes Risiko, an einem bösartigen Tumor der Leber (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) zu erkranken – insbesondere, wenn die Leberzirrhose verursacht wird durch eine Hepatitis-B- oder -C-Infektion, durch eine chronische Leberschädigung durch Alkohol oder durch eine Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit). Ein nur gering erhöhtes Risiko für ein HCC tragen Patienten mit einer primär biliären Leberzirrhose (chronisch-entzündliche Autoimmunkrankheit der Leber) bzw. mit einer Leberzirrhose, die zurückzuführen ist auf einen (nicht therapierten) Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit).
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